Cawila Übung der Woche: 8 gegen 6 auf 3 gegen 2
In dieser Trainingsform steht eine schnelle und saubere Ballzirkulation im Mittelpunkt. Durch das permanente Überzahlspiel lernen deine Spieler, den Ball unter Druck zirkulieren zu lassen, den richtigen Moment für die Spielfortsetzung zu erkennen und nach Ballgewinnen sofort die nächste Spielsituation einzuleiten. Eine intensive Rondoform mit vielen Aktionen und hoher Spielnähe.
1. Übungsbeschreibung
Diese Spielform verbindet die strukturierte Spieleröffnung, das Überspielen der ersten Pressinglinie sowie das anschließende Ausspielen einer Überzahlsituation. Gleichzeitig wird nach Ballverlust das sofortige Umschalten auf ein freies Spiel trainiert.
Baue das Spielfeld gemäß der Abbildung auf und unterteile es in vier horizontale Zonen.
- Blau: 8 Feldspieler + Torhüter
- Rot: 6 Feldspieler + Torhüter
Die Spielform beginnt immer beim blauen Torhüter.
Phase 1 – Spieleröffnung
Der Torhüter eröffnet flach auf einen der beiden Innenverteidiger.
In der ersten Zone dürfen die beiden roten Stürmer die Innenverteidiger zunächst nicht attackieren. Dadurch erhalten die Verteidiger bewusst Zeit, das Spiel zu eröffnen und die erste Entscheidung unter geringem Gegnerdruck zu treffen.
Sobald einer der Innenverteidiger
- mit dem Ball in die nächste Zone andribbelt oder
- einen Pass in die nächste Zone spielt,
dürfen die vier roten Mittelfeldspieler aktiv ins Pressing gehen.
Nun gilt es für Blau, durch sauberes Positionsspiel, gute Passwinkel und kluge Freilaufbewegungen die erste Pressinglinie zu überspielen.
Das Ziel besteht darin, einen der beiden zentralen blauen Spieler hinter den gegnerischen Stürmern anzuspielen und anschließend den Ball kontrolliert auf den blauen Spieler 9 oder 10 weiterzuleiten.
Phase 2 – Übergang ins 3 gegen 2
Die beiden roten Spieler (Nummer 6 und 4) dürfen sich ausschließlich auf den eingezeichneten gestrichelten Linien bewegen und verteidigen.
Sie dürfen erst aktiv eingreifen, nachdem der Pass auf den blauen Spieler 9 oder 10 erfolgt ist und dieser seinen ersten Ballkontakt ausgeführt hat.
Dadurch entsteht unmittelbar eine 3 gegen 2 Überzahlsituation.
Die drei blauen Spieler versuchen nun, möglichst zielstrebig auf das von Rot verteidigte Großtor oder alternativ auf eines der beiden Minitore abzuschließen.
Phase 3 – Umschalten
Erobert Rot den Ball unabhängig davon, in welcher Phase der Übung , erfolgt sofort der Umschaltmoment.
Nun entsteht ein freies 8 gegen 6 auf die beiden Großtore.
Dadurch werden sowohl offensives als auch defensives Umschaltverhalten unter realistischen Bedingungen trainiert.
2. Schwerpunkt
- Flache Spieleröffnung unter strukturierten Bedingungen
- Überspielen der ersten Pressinglinie
- Freilaufverhalten zwischen den Linien
- Spielverlagerung und Anschlussaktionen
- Erkennen des richtigen Passmoments
- Überzahlsituationen (3 gegen 2) erfolgreich ausspielen
- Schnelles Umschalten nach Ballgewinn und Ballverlust
- Entscheidungsverhalten im letzten Drittel
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3. Coachingaspekte
Spieleröffnung
- Torhüter eröffnet mutig und flach.
- Innenverteidiger mit offener Körperstellung.
- Ball nicht unnötig festmachen.
- Gegner durch Andribbeln binden.
- Gegnerische Pressingbewegungen provozieren.
Positionsspiel
- Gute Staffelung zwischen den Linien.
- Ständige Vororientierung.
- Freilaufbewegungen im richtigen Moment.
- Passwinkel kontinuierlich verbessern.
- Breite und Tiefe im Ballbesitz erhalten.
Überspielen des Pressings
- Den freien Spieler hinter der ersten Pressinglinie finden.
- Mit möglichst wenigen Kontakten weiterspielen.
- Passschärfe hochhalten.
- Anschlussaktionen bereits vor der Ballannahme planen.
3 gegen 2
- Tempo nach dem Vertikalpass erhöhen.
- Ballführenden unterstützen.
- Dreiecke bilden.
- Den freien Mitspieler erkennen.
- Abschlüsse konsequent suchen.
Umschalten
- Nach Ballverlust sofort Gegenpressing oder Rückwärtsbewegung.
- Nach Ballgewinn sofort Tiefe suchen.
- Schnelle Entscheidungen treffen.
- Kommunikation innerhalb der Mannschaft.
4. Regeln
- Jede Aktion beginnt beim blauen Torhüter.
- In der ersten Zone dürfen die roten Stürmer die Innenverteidiger zunächst nicht attackieren.
- Erst nach Andribbeln oder Pass in Zone zwei beginnt das Pressing der vier roten Mittelfeldspieler.
- Die roten Spieler 6 und 4 dürfen ausschließlich auf den markierten Linien verteidigen.
- Erst nach dem ersten Kontakt des blauen Spielers 9 oder 10 dürfen sie aktiv eingreifen.
- Danach entsteht automatisch ein 3 gegen 2.
- Erobert Rot den Ball, wird ohne Unterbrechung auf freies 8 gegen 6 auf beide Großtore umgeschaltet.
- Nach Tor oder Ausball beginnt die nächste Aktion wieder beim blauen Torhüter.
5. Methodische Anpassungen
Vereinfachen
- Kontakte begrenzen zunächst nicht.
- Größere Spielfeldbreite wählen.
- Mehr Zeit für die Innenverteidiger schaffen.
- Pressing später auslösen.
- Zusätzlichen neutralen Spieler im Zentrum einsetzen.
Erschweren
- Direktspiel in den Zwischenlinien fordern.
- Kontaktbegrenzung (zwei oder drei Kontakte).
- Pressing bereits nach dem ersten Pass erlauben.
- Zeitlimit bis zum Vertikalpass vorgeben.
- Torabschluss innerhalb weniger Sekunden nach dem Vertikalspiel verlangen.
- Ballverlust doppelt bestrafen (z. B. Zusatzpunkt für Rot).
6. Hilfsmittel / Equipment
- 2 Großtore
- 4 Minitore
- 1 Ball pro Aktion sowie ausreichend Ersatzbälle
- Hütchen zur Spielfeld- und Zoneneinteilung
- Markierungsteller für die gestrichelten Verteidigungslinien
- Leibchen in zwei Farben
- 14 Feldspieler
- 2 Torhüter
Praxistipp
Diese Spielform eignet sich hervorragend als spielnahes Hauptteilformat, wenn der Schwerpunkt auf der flachen Spieleröffnung gegen ein hohes Pressing liegt. Durch die klar vorgegebenen Auslöser lernen die Spieler, Pressingsituationen bewusst zu erkennen, den richtigen Moment für das Vertikalspiel zu wählen und anschließend die entstandene Überzahlsituation konsequent auszuspielen. Der direkte Übergang ins freie Umschaltspiel sorgt zusätzlich für eine hohe Intensität und einen realistischen Wettkampfcharakter.
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